(
Textprobe: Auszug aus dem Mittelteil des Gesamttextes)
QRT
Mit dem ( zusammen
mit Frank Wulf verfassten) Essay über den Film "The Texas Chainsaw-Massacre"
sorgte "Fascho-Kurt" 1988 in Berliner Theoriekreisen für Furore, hatte
bis dato doch niemand die explosiven symbolischen Kräfte dieses Films
genauer wahrgenommen. Mit "Die pataphysische Wende" und
"Metabolismus des Symbols" sowie einem in Paris mit Paul Virilio geführten
Interview hatte Qrt im selben Medium ("Minerva") außerdem Texte publiziert,
die nicht unwesentlich zur damaligen Attraktivität
dieser Zeitschrift beitrugen.
In "Die pataphysische
Wende" erkärt er die Philosophie zur einzigen echten Kunst, weil nur
in der Philosophie " das Überflüssige ( im Sinne einer
von realer Nützlichkeit befreiten Ambition) wirklich erhalten
bleibt" und diese keinen praktischen Nutzen außer dem philosophischen
verfolgt. "Doch selbst dieser (philosophische) Nutzeffekt ist
nicht a priori zum Zweck bestimmt, denn Philosophie
hat kein einziges im vorhinein gesetztes
Ziel. Sie
operiert völlig zweckfrei. Darin besteht ihre radikale
Freiheit, ähnlich jener Freiheit der Kunst, die sich das
Recht herausnimmt, um ihrer selbst willen zu existieren
und sich dabei weder im vorhinein zu einer Verzauberung verpflichtet
noch zwangsläufig eine solche zu erzeugen verspricht. Denn
das, was Kunst und vor allem Philosophie zu erzeugen
bestrebt sind, läßt sich nicht durch ein gegebenes
Versprechen erzwingen und beschleunigen, es sei denn, man versteht
darunter die ästhetisch verändernde Reproduktion
mechanischer
Objekte. Nun
stellt sich die Frage, was die Philosophie für eine Kunst sein
kann. Diese Frage ist schnell beantwortet: Philosophie ist eine Lebens-
kunst. "
Aus solchen
Gedankengängen ist leicht herauszulesen, daß der Philosoph
als Lebenskünstler hier sein eigenes Metier charakterisiert
und ganz in der “Hingabe” an deren für ökonomische
Gebrauchswerte und intellek-
tuelle
Erkenntnisverpflichtungen nutzlosen Transzendentalität aufzugehen
scheint. E.Phin
|